Was ich nie vergessen werde !
Warum meine ersten DJ Einsätze auch fast die letzten gewesen wären:
Tatsächlich habe ich schon 1976 (mit 16 Jahren) im Jugendzentrum Wettbergen (bei Hannover) sogenannte 99 Pfennig Partys veranstaltet – jeden Samstag.
Mit den Einnahmen haben wir unseren Jugendraum verschönert, eine Theke gebaut, eine DJ Anlage in einem umgebauten Klavier installiert und Lichteffekte gebastelt.
Das sprach sich schnell rum & es dauerte nicht lange, da standen ein paar „Rocker“ vor der Tür.
Damals waren die Jungs noch fast so jung wie wir (heute eine der bekanntesten Rocker Organisationen).
Sie kamen rein, zahlten keinen Eintritt und einer baute sich vor mir auf und sagte: „Ey, spiel mal was Vernünftiges, sonst machen wir den Laden platt“.
Meine Antwort lautete so:
Wir kaufen unsere Platten von den Einnahmen. Wenn wir kein Geld kassieren, kann ich auch keine Wunschtitel einkaufen.
Wenn man mich verprügelt, oder aus der Anlage Kleinholz macht – wird es wohl nächste Woche keine Party mehr geben und Plattenwünsche kosten übrigens ein Bier.
Der Typ schaute mich an, drehte sich um und ging weg.
Drei Minuten später kamen sie zu fünft wieder auf mich zu.
Stellten ein Bier auf die Anlage und der eine sagte: „Hey Jungs, der Kleine ist cool – der gefällt mir“.
Sie legten 20,- DM auf den Tisch und sagten: Wir sehen uns nächste Woche wieder.
Sie gaben mir später den Spitznamen „Travolta“ – und ich habe über die vielen Jahre für einige von den Jungs auf ihren runden Geburtstagen oder Hochzeiten den DJ gemacht. Ich hab’s überlebt, so fing alles an …
Einmal war ich als DJ 10.000,- € wert für eine Stunde:
auf der CeBit in Hannover. Dort hat „IBM“ auf der Messe Party um eine Stunde verlängert, wegen der guten Stimmung. 10.000,- €, soviel kostete jede Stunde extra.
Erst musste bei der Messeverwaltung der Scheck unterschrieben werden & dann ging die Party weiter.
Mir hat man die Gage „verdoppelt“ – Ich war zufrieden & wurde auch noch die nächsten Jahre 3x für die Standparty gebucht.
Man wollte mich nicht für 400,- € am Abend buchen:
Es gab eine Kundin, die sagte: 400,- € am Abend – kann nicht sein, sie meinten doch 400,- € pro Stunde ? Nein, sagte ich.
Erst wollte sie mich nicht buchen, aber ich habe doch für diese Kundin auf ihrem 30. Geburtstag gespielt.
Dann ein Jahr später auf der Verlobungs Party und dann noch einmal ein Jahr später auf der „Entlobungs Party“ – Verrückte Welt, schon in den 90er Jahren.
Bundesliga Trainer, Fußball Spieler & Präsidenten:
Es gab eine Agentur, die mich immer für schwierige Fälle gebucht hat. Weil ich immer „bescheiden“ gearbeitet habe.
Ohne Fotos von den Promis zu machen oder Selfies mit dem Handy.
Immer diskret geblieben. Auch Prominente sind nur Menschen. Somit bin ich in den vielen Jahren unter anderem für einen „Bundestrainer“, sogar für einen Staatspräsidenten als DJ zum Einsatz gekommen.
Durch Tschernobyl sehe ich so aus, wie Ihr mich heute kennt:
Ich war im Mai 1986 im TUI Club Mamaia am schwarzen Meer, Rumänien. Ich habe dort zum Saisonbeginn die Anlage installiert und die Saison Eröffnungs Party durchgezogen. Leider nur vor 20 Gästen.
Die anderen kamen nicht, wegen der Atom Katastrophe in Tschernobyl. Erst als die atomare Wolke die Windrichtung änderte und über das schwarze Meer zog, haben wir alles wieder abgebaut und sind zurück geflogen.
Trotzdem war ich noch weitere zwei Wochen vor Ort. Man hat nichts gesehen, von dieser Wolke, nichts gerochen und auch nichts gespürt.
Nur wenige Jahre später sind mir „alle“ Haare ausgefallen, meine Krankheiten, Verletzungen verlaufen seit dem sehr ungewöhnlich.
Wenn man bedenkt, dass man heute, 40 Jahre später noch die Folgen dieses atomaren Unfalls in deutschen Wäldern messen kann, dann weiß ich, warum ich mein Leben lang nur gute Laune hatte und fast immer „strahle“.
Auch das habe ich überlebt.
Später mehr – in meinem Buch !